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Daumnidei. Oder: Kartoffelpaunzen

Die Kindheitserinnerung aus Kartoffelteig

Ob Erdäpfelpaunzen, Daumniedei oder Paterzehen – gemeint ist immer dasselbe: Kartoffelteigstücke in Butterschmalz gebacken. Ihr Name kommt nicht von irgendwoher, die Daumen-Nudel ähnelt mit etwas Fantasie dem Finger oder der Zehe. Auch das Wort Paunze bedeutet im Tiroler Dialekt etwas Kurzes oder Stämmiges.

Dieses Gericht ist allemal ein Vertreter der typischen Tiroler Mehlspeise, ursprünglich stammen die Paunzen aus der bäuerlichen Küche. Heute kocht man sie nicht mehr nur an einem Hof, die Paunzen haben auch die Küchen aller Tiroler und Tirolerinnen erobert. Kein Wunder: bei Kindern äuerst beliebt sind die Daumnidei auch kinderleicht zuzubereiten. Zudem bieten sie einen weiteren Vorteil: sie stehen in kürzester Zeit auf dem Tisch (wenn die Kartoffeln gekocht sind). Die goldbraun gebratenen, daumendicken „Nidei“ aus Kartoffelteig werden oftmals in einer Pfanne serviert.

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Die Damnidei bestehen aus gekochten Erdäpfeln, Mehl, Ei, Salz und Muskat. Sonst nichts.d

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Es braucht nur wenige Zutaten

Kartoffel, Mehl, Ei, Salz und Muskat. Diese fünf Zutaten reichen für die Daumnidei. Die gargekochten mehligen Erdäpfel werden auf ein Holzbrett oder eine Schüssel gepresst. Mehl, Salz sowie Muskat werden unter die Kartoffeln gemischt. Eine Mulde bietet das Bett für das Ei, welches in der Mitte seinen Platz findet. Den Teig darf man jedoch nicht kneten, er soll schnell zusammen gearbeitet werden. Aus einem Stück des Teiges werden dann daumendicke Striezerl hergestellt, mit dem Messer lassen sich zwei bis drei Zentimerter dicke „Daumen“ abschneiden. Sind genügend zusammengekommen, dürfen sie ein Bad in heißem  Butterschmalz nehmen. Sobald sie eine goldgelbe Farbe angenommen haben, geht’s kurz auf ein Küchenpapier zum Abtropfen und dann auf die Teller.

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Nicht nur pikant ein Gaumenschmaus

Als Zuspeise reicht man zumeist Sauerkraut, nach einer Rezeptur der Familie bereitet schmeckt es zu jeder Zeit. Hierfür schwemmt man das Kraut gut mit Wasser ab, es soll ja nicht zu sauer auf dem Teller landen. Anschließend wird etwas Butter in einem Topf erhitzt und mit Mehl gebunden, das Sauerkraut kommt zur Einbrenn in das Kochgeschirr und wird einige Zeit gekocht. Dass die Paunzen nur pikant mit Sauerkraut ein Gaumenschmaus sind, ist aber ein Irrglaube: Süß mit Staubzucker, Kompott oder Apfelmus serviert schlägt das Herz von Kindern sowie Erwachsenen höher. Übrigens: Kurioserweise heißen Daumniedei, die zuerst in Wasser gekocht wurden und dann in einer Pfanne mit brauner Butter angeröstet werden, „Nackte Buam“. Gegessen werden sie wahlweise mit abgebräuntem Sauerkraut oder süß mit Brösel und Kompott. Ein Glas Milch passt pikant oder süß.

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Daumnidei

Dem Daumen zum Verwechseln ähnlich. So kommen Erdäpfelpaunzen, Daumniedei oder Paterzehen auf den Tisch. Mit Sauerkraut oder süß mit Apfelmus oder Kompott servieren.

Gericht Daumnidei
Küche Österreich
Keyword Daumnidei, Paunzen
Zubereitung 30 Minuten
Kochzeit Kartoffel 45 Minuten
Arbeitszeit 1 Stunde 15 Minuten
Portionen 4 Personen

Zutaten

  • 750 g Erdäpfel mehlig
  • 150 g Mehl griffig
  • 1 Freiland-Ei
  • Salz und Muskat
  • 150 g Butterschmalz
  • 500 g Sauerkraut

Anleitung

  1. Erdäpfel gar kochen, abkühlen lassen und schälen.
  2. Die Erdäpfel durch eine Presse auf ein Holzbrett drücken.
  3. Mehl, Salz und Muskat zum Mehl geben und eine Mulde bilden.
  4. Zum Schluss das Ei in die Mulde schlagen.
  5. Alles locker verkneten.
  6. Auf dem bemehlten Brett ein Stück des Teiges abschneiden und daraus ein daumendickes Striezerl rollen. Nun den Teigstrang in etwa zwei Zentimeter lange Stücke schneiden.
  7. Das Butterschmalz in der Pfanne erwärmen. Der Boden soll mit dem Fett bedeckt sein.
  8. Anschließend die Paunzen in die Pfanne geben und goldbraun braten.
  9. Zum Schluss das Sauerkraut erwärmen und zusammen mit den Paunzen servieren.

Tipps & Tricks

Der Erdäpfelteig wird nach einiger Zeit relativ weich und lässt sich nicht mehr gut verarbeiten. Daher lieber zügig arbeiten.

Mehr Rezepte findest du auf der Homepage.

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